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Iontophorese
Iontophorese: Schwachstrombäder gegen Schwitzen
Die Iontophorese, auch Leitungswasseriontopherese (LWI) oder Iontopherese, Ionophorese, Galvanobad genannt, ist ein konservatives Therapieverfahren, das weltweit von Ärzten gegen übermäßiges, krankhaftes Schwitzen (Hyperhidrosis) verschrieben wird. In vielen Fällen hilft die regelmäßige, dauerhafte Therapie mit Schwachstrom, die Schweißausbrüche an Händen, Füßen oder unter den Achseln zu stoppen. Die Behandlung erfolgt im Hand-/Fußbad, durch welches ein schwacher Gleich- oder Pulsstrom geleitet wird. Dies ist völlig ungefährlich und weitgehend schmerzfrei (siehe unten).
Anwendungsgebiete:
- schwitzige Hände (Hyperhidrosis palmaris)
- Schweißfüße (Hyperhidrosis plantaris)
- Achselschwitzen (Hyperhidrosis axillaris)
Anwendung:
Bei Hand- und Fußschweiß werden die Extremitäten für ca. 10 Minuten in ein flaches Wasserbad getaucht. Durch Elektroden im Wasser, wird ein schwacher Strom durch das Medium und damit durch die Hände bzw. Füße geleitet. Bei der axillären Anwendung werden mit Wasser getränkte Schwämme unter den Achseln befestigt. Die Schwämme sind ebenfalls mit Elektroden versehen. Die Stromstärke wird bei der Iontophorese durch eine externe Bedieneinheit mittels Drehregler eingestellt. Dauer und Stärke der Schwachstromtherapie richten sich nach der Anweisung/Verschreibung des Hautarztes.
Wirkung und Wirkweise
Anwender berichten vielfach über eine sich steigernde Schweißreduzierung nach etwa 7 - 14 Tagen täglicher Anwendung. Die deutliche Schweißreduzierung kann bei fortlaufender, täglicher Therapie aufrecht erhalten werden. Eine Reduzierung der Anwendungsintervalle, wie beispielsweise bei Antitranspirantien, scheint nicht möglich zu sein.
Die genaue Wirkweise und auch die damit verbundenen Erfolge sind wissenschaftlich umstritten. Es gibt weder Studien, die den Erfolg der Iontophorese wissenschaftlich belegen, noch ist geklärt, wie diese Therapieform überhaupt wirkt. Es wird vermutet, dass der Schwachstrom in ungeklärter Form auf die Nervenrezeptoren der ekkrinen Schweißdrüsen einwirkt und diese entweder reizt, blockiert oder stimuliert - hier gibt es keine einheitliche Auffassung der Forscher. Der wissenschaftlichen Uneinigkeit und Skepsis stehen unzählige Patientenberichte gegenüber, in denen die Wirkung als "eindeutig" und "zweifelsfreie Besserung" beschrieben wird. Dies bestätigen auch die behandelnen Dermatologen, welche eine Schweißreduktion bei einzelnen Patienten mittels Gravimetrie-Test nachweisen können. Deshalb wird die Iontophorese vielen Hyperhidrotikern ärztlicherseits verschrieben.
Anwendung zu Hause
Ist der Erfolg nach 10 Anwendungen in der Arztpraxis belegt, kann der Dermatologe ein Iontophorese-Gerät für die Heimtherapie verschreiben. Trotz der recht hohen, einmaligen Anschaffungskosten rechnet sich so ein Gerät schnell. Die Betriebskosten (minimale Strom-/Wasserkosten) sind extrem gering. Verglichen mit den Langzeitkosten und Risiken von Botulinumtoxin-Injektionen oder chirurgischer Schweißdrüsenentfernung kann das Iontophorese-Verfahren überzeugen. Ein Vorteil für den Patienten ist, dass er für die tägliche Anwendung keine Anfahrtszeiten/-kosten in Kauf nehmen muss und die Behandlung terminunabhängig zuhause durchführen kann. Dabei reichen oft schon 10 Minuten täglich, um eine Verbesserung des Schweißproblems herbeizuführen. Wichtig ist vorallem, dass sich der Anwender für das richtige Gerät entscheidet. Hier ist der erfahrene Medizintechniker gefragt!
Nachteile
- hoher Zeitaufwand (Behandlung in der Praxis): Da die Iontophorese-Anwendung täglich geschehen muss, ist der Zeitaufwand durch An- und Abfahrt, Wartenzeiten und Anwendungsdauer sehr hoch. Auch bestimmen die Terminvereinbarungen den täglichen Tagesablauf maßgeblich.
- hohe Anschaffungskosten (Heimgerät): Nur selten und in Einzelfällen wird die Anschaffung eines Heimgerätes von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In der Regel werden die Injektionen als reine Privatleistung angesehen. Bitte besprechen Sie Ihre geplante Behandlungen vorher mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse! Die Anschaffungskosten für ein Iontophoresegerät können bei über 1.500 Euro liegen.
- Wirkung wissenschaftlich nicht belegt: Weder Erfolge, noch Art der Wirkung sind wissenschaftlich belegt.
- eingeschränkte regionale Anwendung: Iontophorese eignet sich nur für Hand- und Fußschweiß sowie Achselschwitzen.
- unangenehme Anwendung: Viele Anwender empfinden die Iontophorese als unangenehm. Vielfach wird von ziehenden Schmerzen in der Haut, rheumaartigen Gelenkschmerzen. Verletzungen der Haut (auch winzige Schnitte) sowie Erkrankungen der Haut, Haare oder Nägel (besonders Nagelbettentzündungen) schmerzen oft sehr, wodurch eine weitere Iontophorese-Therapie nicht mehr in Frage kommt.
Selbstverständlich sind Schwachstrombäder völlig ungefährlich und an sich nicht als "Strom" oder "Stromschlag" spürbar. Die Geräte sind selbstverständlich GS-geprüft und verfügen über eine medizintechnische TÜV-Zulassung. Die Bedienung ist relativ einfach, so dass eine fehlerhafte Anwendung so gut wie ausgeschlossen ist.
Detailinformationen und Bezugsquellen:
Ausführliche Informationen zur Galvano-Bad-Therapie gegen Schwitzen finden Sie auf der Informationsseite
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