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Ein kritischer Blick ...
Die sehr verschiedenen Möglichkeiten eine Hyperhidrose (krankhaft verstärktes Schwitzen) zu behandeln, lassen sich in mehrere Vorgehensweisen unterteilen. Es gibt äußerliche (nicht-invasive), konservative, chirurgische, minimal-invasive und invasive Behandlungsmethoden. Das Behandlungsspektrum ist sehr weitläufig und der Beratungsbedarf dementsprechend groß. Jedem Betroffenen sei deshalb geraten, sich grundlegend über die einzelnen Therapien gegen Schwitzen zu informieren. Im Zusammenhang mit einer ärztlichen Beratung bzw. Verschreibung sollte möglichst eine Zweitmeinung eingeholt werden. Tatsache ist: Wirksamkeit, Risiko, Vor- und Nachteile sind je nach Therapieform höchst unterschiedlich. Manch stark schwitzenden Menschen haben überraschenderweise schon einfachste Hausmittel geholfen, bei anderen dagegen trat erst nach operativen Eingriffen eine Besserung auf.
Die folgende Tabelle gibt einen kurzen, jedoch im Detail kritischen Überblick über die gängigen Behandlungsmöglichkeiten gegen starkes Schwitzen.
| Therapie | Vorteile | Nachteile |
Deodorants, äußerliche Anwendung; rezeptfrei |
nur äußere Anwendung;
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nur minimale schweißhemmende Wirkung |
Hausmittel, z.B. Salbeitee, Kaisernatron, Eichenrindensud, Babypuder äußerliche und innere Anwendung u.ä.; rezeptfrei |
günstige, alternative Behandlungsmöglichkeit
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individuell sehr unterschiedliche Wirkung; teilweise sehr zeitaufwendig (Herstellung etc.)
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Antitranspirante, äußerliche Anwendung, hochdosiert; rezeptfrei |
günstig (ca. 10 bis 25 Euro); nur äußere Anwendung; sehr effektiv; hohe Erfolgsquote; beste Lösung für Schwitzen im Gesicht; einfache Handhabung
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harmlose Hautreizungen möglich (einfach zu behandeln)
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Iontophorese, äußerliche Anwendung einer Schwachstrom-Technik mit Wasserbädern; verschreibungspflichtig |
nicht-chirurgische Therapie; ohne chemische Wirkstoffe o.ä.
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nur geeignet für Hand-, Fuß- und Achselschwitzen; individuell sehr unterschiedliche Wirkung; wissenschaftlich kaum belegte/erklärte Wirkung; teilweise sehr zeitaufwendig (bei Anwendung in der Arztpraxis); bei Anschaffung eines Heimgerätes hohe Anschaffungskosten, welche nur selten von der Krankenkasse übernommen werden; nicht geeignet bei: Metallimplantaten, Herzschrittmacher, Intrauterinpessaren, Schwangerschaften
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Medikation, hauptsächlich Tablettenform; innere Anwendung, rezeptpflichtig |
effektiv, wirksame Alternative bei Unverträglichkeit anderer Therapieformen
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z.T. starke Nebenwirkungen, Wirkstoffe stammen meistens aus dem Bereich der Psychopharmaka oder Parkinson-Medizin |
Injektionen mit Botulinumtoxin, mehrfache subkutane Injektionen von Botox® oder ähnlichen Präparaten mit Spritzen; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
effektiv |
nur geeignet für Hand-, Fuß- und Achselschwitzen (lokal begrenztes Schwitzen); chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; Injektion eines Toxins (Nervengift); z.T. schmerzhafte Einstichem und Betäubung; mehr als 25 Einstiche pro Hand/Fußsohle; Effekt hält nur ca. 6 Monate an; hohe Kosten, meist Privatleistung; wiederkehrende Kosten (2x pro Jahr); nicht geeignet bei: Schwangerschaften |
LSA (Laser Sweat Ablation), Entfernung der Schweißdrüsen durch subkutane Verbrennung bzw. Verödung mittels Laser; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
effektiv; minimal-invasiv (Schlüsselloch-OP) |
Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch nicht kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen |
Liposuktion (Saugkürettage) Entfernung der Schweißdrüsen durch subkutane Absaugung mittels Saugkürette; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
effektiv; relativ minimal-invasiv (Schlüsselloch-OP) |
Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch nicht kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen |
Kürettage, Entfernung der Schweißdrüsen durch subkutane Ausschabung; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
effektiv; relativ minimal-invasiv |
Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch kaum kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen |
Exzision, Entfernung der Schweißdrüsen durch Herausschneiden eines Hautlappens mitsamt Schweißdrüsen; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
effektiver als LSA, Kürettage und Liposuktion |
Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch kaum kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen |
ESB (Endoscopic Sympathetic Blockade), chirurgischer Eingriff, bei dem Teilstränge des Sympathikus-Nervs mittel (Laser-)Schnitt durchtrennt werden; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
sehr effektiv;
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chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; hohes Risiko von z.T. drastischen Nebenwirkungen; sehr hohes Risiko von kompensatorischem Schwitzen
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ETS (Endoscopic Thoracic Sympathectomy), chirurgischer Eingriff, bei dem Teilstränge des Sympathikus-Nervs abgeklemmt, d.h. unterbrochen werden; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig |
absolut effektiv
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ultima ratio; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; hohes Risiko von z.T. drastischen Nebenwirkungen; sehr hohes Risiko von kompensatorischem Schwitzen |
Möglichkeiten der Therapierung starken Schwitzens
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