Therapien gegen Körpergeruch
Funktionelle Kleidung
Funktionelle Kleidung
Ungeeignete Kleidung fördert die Entstehung von Körpergerüchen nachweislich. Zu enge, in zu vielen Schichten getragene oder aus synthetischen Materialien gefertigte Kleidung behindert die Luftzirkulation und somit die Verdunstung des ekkrinen Schweißes. Wird der Schweißfilm auf der Haut von Bakterien zersetzt, entsteht unangenehmer Schweißgeruch. Dieser verbreitet sich auch in der Kleidung, sobald der Stoff vom Schweiß durchdrungen wird. Sind die Schweißflecken erst einmal von außen sichtbar, wird der harsche Duft auch schon großzügig in die Umgebungsluft abgegeben.
Folgen westlicher Kleiderordnung
Körpergeruch ist, wenn wir so wollen, auch ein direktes Folgeproblem der westlichen Kleidungskultur. Besonders im Beruf verhindern Dress-Code und Etikette, dass wir uns der Temperatur angepasst kleiden. Tatsächlich sind Schwitzen und Körpergeruch in heißen Ländern mit wortwörtlich "lockerer" Kleiderordnung eher unbekannt. Wüstenvölker tragen beispielsweise weite Gewänder aus dünner Baumwolle, die vor Sonneneinstrahlung und Überhitzung schützen, und trotzdem Luft an die Haut lassen. Ein weiterer Aspekt ist, dass in allen Industrieländern Schuhe fester Bestandteil der täglichen Kleidung sind. Dies fördert die Entstehung von Schweißfüßen und somit Fuß- oder Nagelpilzerkrankungen, von dem Geruch schweißnasser Füße mal abgesehen.
Selbstverständlich können wir das Rad der Zeit nicht zurückdrehen und unsere gewachsene Kultur auf den Kopf stellen. Zwischen Kaftan und Nadelstreifenanzug gibt es dennoch Spielräume ...
Richtige Kleidung vermeidet Körpergeruch
- nicht zu enge Unterwäsche und Kleidung tragen
- Kleidung aus natürlichen Materialien bevorzugen
- auf synthetische Stoffe verzichten
- bei wasserdichter Kleidung nur atmungsaktive Gewebe wählen
- zu dicke Kleidungsstücke vermeiden, stattdessen
- Kleidung in Schichten tragen ("Zwiebelook"), bei Bedarf anpassen
Sinnvolle Hilfsmittel
Inzwischen sind auf dem Markt einige praktische Hilfsmittel für die Kleidung erhältlich. Diese sind unauffällig und sollen den Schweiß aufsaugen bzw. Körpergeruch verhindern. Bei starkem Schwitzen oder einer Bromhidrosis bleiben solche Maßnahmen leider wirkungslos.
- Spezialunterwäsche _ Diese speziellen Unterhemden für beide Geschlechter verfügen über nahezu unsichtbare "Taschen" unter den Achseln, in die man Taschentücher oder Wattepads einlegen kann. Diese sollen den Schweiß aufsaugen und Schwitzflecken verhindern. Sicher keine Dauerlösung aber für bestimmte Anlässe mitunter sinnvoll.
- Achselpads _ Anatomisch geformte Wattepads werden mittels Klebestreifen unter der Achselhöhle oder auf der Unterwäsche befestigt. Dem günstigen Preis steht jedoch die etwas umständliche Handhabung gegenüber. Auch der eingeschränkte Tragekomfort ist für viele Menschen ein Manko.
- Kleidung mit Silbergewebe _ In moderne Sportkleidungsmaterialien werden oft hauchdünne Silberfäden eingewebt. Silber hat antibakterielle Eigenschaften und verhindert in schweißdurchnässter Kleidung die Entstehung von Gerüchen. Neuerdings sind auch alltägliche Kleidungsstücke wie Unterhemden oder Socken mit diesem Materialmix erhältlich. Die Verwendung von sogenanntem Nano-Silber, mit dem der Kleiderstoff getränkt wird, ist sehr umstritten, da die Langzeitwirkung von Nano-Teilchen bislang nicht erforscht ist.
- Zimteinlagen _ Bis zu einem gewissen Grad können Zimteinlagen in Schuhen "Stinkfüße" erträglich machen. Allerdings wird hierbei der Schweißgeruch nicht wirklich verhindert, sondern lediglich neutralisiert. Zudem hat Zimt eine trocknende Wirkung, da es in der Lage ist, Feuchtigkeit zu binden.
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